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Cello Mieten: Diese Fehler sollte man vermeiden

Eine Alternative zu Kauf oder Finanzierung eines neuen oder gebrauchten Cello ist das Mieten. Überschaubare monatliche Zahlungen mit der Möglichkeit das Instrument jederzeit wieder zurückgeben zu können erscheinen attraktiv. Für wen das Ganze Sinn macht, worauf man achten muss und wo man das beliebte Streichinstrument am besten mietet, verrät unser ausführlicher Ratgeber.

Wieso ein Cello mieten?

Auch wenn die Miete nicht für jedermann die beste und sinnvollste Option ist, für viele ist sie das beste, was sie machen können. Die Vorteile liegen auf der Hand:

Gibt es keinen Haken?

Nachteile hat man eigentlich keine. Wenn man das Instrument irgendwann zurückgibt, erhält man die entrichteten Mietzahlungen natürlich nicht zurück. Sie sind eine Investition in das eigene Können und den musikalischen Fortschritt – also alles andere als ein Nachteil. Außerdem weiß man nach einiger Zeit ob man wirklich dabei bleiben möchte und wie das eigene Cello irgendwann auszusehen und zu klingen hat. Zeit zum Sparen verschafft man sich außerdem auch.

Wo man am besten mietet

Das Angebot ist groß. Vor allem im Internet findet man ohne viel Aufwand sehr schnell diverse Anbieter und Musikhäuser, die das Leihen oder Mieten ganz unkompliziert online anbieten. Das Instrument wird einem nach dem Unterschreiben des Mietvertrages dann einfach zugeschickt und man kann sofort loslegen. Auch wenn es durchaus seriöse Anbieter im Netz gibt und die Preise manchmal niedriger sein mögen als beim lokalen Musikhaus ist man meist trotzdem besser aufgehoben. Nicht nur, dass man das Instrument welches man voraussichtlich über kürzere oder längere Zeiträume spielen wird anschauen, anfassen und im Idealfall anspielen oder sich vor Ort etwas vorspielen lassen kann – tritt ein Problem auf, hat man immer einen kompetenten Ansprechpartner der einem mit Rat und Tat zur Seite steht und das Cello bei Bedarf neu einstellt, repariert und instand hält. Der persönliche Kontakt ist immer vorzuziehen. Möchte man online mieten sollte dies möglichst ein Händler aus der näheren Umgebung sein. Gibt man bei einer Suchmaschine wie Google den Suchbegriff „Cello mieten“ ein werden einem dutzende Vorschläge unterbreitet. Berücksichtigt wird hierbei der Standort und so werden ganz oben viele Ergebnisse angezeigt die Händler und Anbieter aus der näheren Umgebung darstellen. Natürlich ist es besser möglichst in der gleichen Stadt oder der näheren Umgebung zu mieten – jederzeit dorthin fahren zu können bei Problemen oder Fragen gibt einem zumindest das Gefühl der Sicherheit. Auch der Anruf bei etablierten Musikgeschäften in der Stadt oder bei Geigenbauern aus der Umgebung kann lohnend sein. Vermieten sie selbst nicht, haben sie vielleicht einen guten Tipp, wo man günstig gute Cellos mieten kann die dem eigenen Profil und den Anforderungen entsprechen.

Wieviel das Mieten kostet

In der Regel wird eine große Auswahl an Instrumenten sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene und Konzertinstrumente für den professionellen Einsatz angeboten. Die Mietkonditionen und die preisliche Bandbreite hängt entsprechend vom Wert des Cellos ab. Günstige Schülerinstrumente bringen natürlich erschwinglichere Monatsraten mit sich als sehr hochwertige und kostenintensive Modelle.
Fast immer handelt es sich bei den angegebenen monatlichen Kosten um die endgültige Summe. Also mit Mehrwertsteuer, Versicherung und im Falle eines Cello Sets um den Preis inklusive Zubehör. Trotzdem sollte man hier genau hinsehen, um später keine bösen Überraschungen zu erleben. Die enthaltene Versicherung ist übrigens eine Art Reparaturgarantie, sollte dem Instrument etwas zustoßen. Kann es nicht wieder instand gesetzt werden, wird es durch ein neues, vergleichbares ersetzt. Eine Kaution ist nicht üblich, ebenso wenig eine Anzahlung oder eine Wartungsgebühr. Der Versand sollte bereits in den monatlichen Raten inbegriffen sein – auch der kostenfreie Rückversand am Ende ist üblich, zumindest ab einer bestimmten Zeit, also wenn man das Cello mindestens 6 Monate spielt.
Die Preise bewegen sich grob zwischen 20 Euro und 50 Euro pro Monat. Besonders hochwertige Instrumente können auch 100 Euro oder mehr kosten. Hinzu kommen die laufenden Kosten in Form von Verschleißteilen. Natürlich ist im Preis standardmäßig keine Flatrate für Saiten oder Bogenhaare enthalten. Hier muss man selbst für Ersatz sorgen. Es sei denn, es wird ein kostenpflichtiger Saiten- oder Bogenersatz angeboten der jeden Monat on top hinzu kommt. Dies ist in der Regel ein Betrag im unteren einstelligen Euro-Bereich, also zum Beispiel 2 Euro monatlich. Dann werden einem bei Bedarf oder automatisch die benötigten Utensilien zugesandt. Diese Option kann sich lohnen, muss aber nicht zwangsläufig günstiger sein. Praktisch ist sie allemal.

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Ablauf des Mietprozesses

Wie genau das Mieten von Musikinstrumenten abläuft vom Auswählen des geeigneten Cellos bis zur Rückgabe erklärt die folgende Übersicht.

1. Instrument wählen

Viele Anbieter bieten auch die Möglichkeit oder wünschen sogar ausdrücklich, sie vorab zu kontaktieren. Ob per E-Mail oder telefonisch – ein klärendes Gespräch und eine kurze Beratung verhindern Frust und Umstände bei einer Fehlentscheidung und dem anschließenden Aufwand den ein Umtausch erfordert.

2. Mietvertrag unterschreiben

Nach der Bestellung erhält man in der Regel zunächst den Mietvertrag. Einige Anbieter schicken auch gleich das Cello los mit einem beigefügten Mietvertrag der wenn er nicht postalisch zugestellt wird auch gerne per E-Mail verschickt wird. Diesen sollte man zunächst aufmerksam durchlesen und alle Klauseln die Rechte und Pflichten und den Rahmen des Vertrages mitsamt Angaben zu Zahlung, Laufzeit und Beendigung des Vertrages regeln. Sollte etwas unklar sein oder enthalten sein das so nicht vereinbart war sollte man natürlich nicht unterschreiben sondern zunächst Rücksprache mit dem Händler halten. Der Vertrag kann in der Regel per Post, E-Mail oder Fax unterzeichnet zurückgeschickt werden. Bei sehr teuren Schüler- und Meistergeigen kann es manchmal erforderlich werden, eine separate Versicherung abzuschließen. Hierauf wird man aber dann aufmerksam gemacht und erhält meist auch Anschrift und Kontaktdaten eines Versicherers mit dem Vertrag. Der Wartungsservice für das Instrument gilt normalerweise auch für den Bogen.

3. Versand des Cellos

Ist der Mietvertrag unterschrieben wird einem normalerweise das Cello zugeschickt und man kann direkt loslegen. Vorab sollte man aber überprüfen ob es sich auch um das vereinbarte Instrument handelt, sämtliches Zubehör enthalten ist das vereinbart war und es sich in einem tadellosen Zustand befindet – zumindest aber in einem solchen, der der Beschreibung entspricht. Finden sich irgendwelche Beschädigungen oder dergleichen sollte man sofort den Händler kontaktieren um zu klären ob dies bekannt ist und sich gegebenenfalls schriftlich bescheinigen lassen um später bei der Rückgabe Probleme zu vermeiden.

4. Die monatlichen Raten

Dem Mietvertrag liegt eigentlich immer eine Einzugsermächtigung in Form eines SEPA-Lastschriftenmandats bei welche unterzeichnet werden muss. Die monatlichen Raten werden dann als Dauerlastschrift abgebucht, in der Regel im Voraus. Mietet man das Cello also ab dem 01. Januar wird in der Regel Anfang Januar auch die fällige Rate abgebucht. Bei Zahlungsschwierigkeiten sollte man den Kontakt zum Händler nicht scheuen und vor der Rücklastschrift nach einer geeigneten Lösung suchen die für alle annehmbar ist. Man sollte selbst keine Überweisung vornehmen, auch nicht zu Beginn – es sei denn, dies ist ausdrücklich vereinbart.

5. Beendigung des Vertragsverhältnisses – Cello zurückgeben

Hat man irgendwann keine Lust mehr auf Musik, Streichinstrumente im Allgemeinen, das Cellospielen oder möchte schlicht ein neues kaufen welches man dann sein Eigen nennen kann, kündigt man den Vertrag einfach entsprechend der Vereinbarungen – oft zum Ende des Folgemonats.

Versandverpackung aufbewahren

Der Rückversand erfolgt im Originalkarton den man im Idealfall aufgehoben hat. Dies wird für gewöhnlich so auch ausdrücklich gefordert. Ist er nicht mehr vorhanden kontaktiert man am besten den Händler um abzuklären ob man selbst nach einer geeigneten Versandverpackung schauen soll oder dieser einem einen Ersatzkarton zukommen lässt um einen sicheren Rückversand gewährleisten zu können. Ist der originale Versandkarton nicht mehr vorhanden, wird er einem oft in Rechnung gestellt. Auch diese Klausel findet sich dann im Vertrag.
Beim Rückversand ist darauf zu achten, dass die Maße der Verpackung einen Sperrgutzuschlag erforderlich machen könnten sofern man die Kosten selbst zu tragen hat. Viele Anbieter veranlassen dann die Abholung zu Hause. Der Paketdienst klingelt dann in einem vorher bekannt gegebenen Zeitfenster und holt das Cello einfach ab. Die Kosten liegen bei etwa 25 Euro, wenn man sie selbst zu tragen hat.

Mietkauf: Anrechnung der Monatsmieten bei späterem Kauf

Oft wird die Möglichkeit angeboten, das Instrument einfach zu übernehmen. Aus dem Mietinstrument wird dann sozusagen das eigene Instrument. Der Kaufpreis steht normalerweise vorab bereits fest. Wenn man ein Cello im Wert von 3000 Euro mietet und die monatlichen Raten sich auf 50 Euro belaufen wären das nach einem Jahr immerhin 600 Euro die man an Mietzahlungen geleistet hätte. Entscheidet man sich nun für den Kauf, werden die bereits geleisteten Zahlungen auf den Kaufpreis angerechnet. In diesem Beispiel könnte man das Streichinstrument also für 2400 Euro übernehmen. Ob diese Option angeboten wird sollte vorab geklärt sein wenn man sie später eventuell in Anspruch nehmen möchte. Auch der Kaufpreis sollte bekannt sein und den marktüblichen Preisen für das jeweilige Instrument entsprechen – sonst macht das Ganze keinen Sinn. Wird der Mietkauf angeboten, werden in der Regel 12 Monatsmieten angerechnet, manchmal sogar 18 Raten oder nur sechs. In jedem Fall eine gute Sache.

Mieten ohne Schufa?

Auch wenn die monatlichen Beträge niedrig sein mögen – ganz ohne Sicherheiten lassen sich viele Vermieter nicht auf einen Mietvertrag ein, denn auch Zahlungsausfälle in niedriger Höhe sind ausbleibende Einnahmen auf die man angewiesen ist und besteht – zurecht. Deshalb wird häufig die Bonität überprüft bei einer Auskunftei. Sollte diese negativ sein im Falle einer Überprüfung wird kein Mietvertrag zustande kommen und das Mietgesuch entsprechend abgelehnt.

Wer welche Größe und welches Modell mieten sollte

Es werden sämtliche Größen angeboten, also neben der Standardgröße 4/4 für Erwachsene auch ½, ¼, 1/8 oder ¾ Celli für Kinder. Eine eher selten gewählte Zwischengröße gibt es mit der 7/8 Ausführung. Auch E-Cellos kann man grundsätzlich mieten, auch wenn die elektronische Ausführung seltener angeboten wird. Das richtige Einstiegsalter kann man vorsichtig mit drei bis vier Jahren angeben – am Ende hängt das immer von der geistigen und körperlichen Entwicklung und Eignung des Kindes ab. Das kleinste Cello der Größe 1/8 eignet sich etwa von 4 bis 8 Jahren, in der Länge misst es insgesamt nur etwa 83 Zentimeter, während die Standardgröße mit 4/4 hingegen 124 Zentimeter lang ist.

Was ist an Zubehör dabei?

Es sollte darauf geachtet werden, dass dem Cello sowohl Bogen, Schulterstütze sowie Kolofonium beiliegen. Auch ein Koffer oder eine Tasche sollten zum Umfang gehören um das Instrument bei Bedarf transportieren – zumindest aber sicher in den eigenen vier Wänden aufbewahren zu können. Manchmal gehört auch ein Notenständer zum Zubehör, ansonsten sollte man einen solchen einfach gleich dazu kaufen. Von Vorteil ist auch ein Parkettschoner.

Was noch wichtig ist

Die Celli sollten gut eingestellt sein und einer annehmbaren Qualität entsprechen, die auch dem Preis beziehungsweise den monatlichen Raten entspricht. Dies als Anfänger zu erkennen oder auszumachen gestaltet sich aber schwierig. Ein schlechtes Instrument kann den Lernerfolg zunichte machen indem es einem die Lust am Spielen und Üben und damit die Motivation nimmt. Deshalb sollte man immer Vertrauen in den jeweiligen Anbieter oder Händler haben und gegebenenfalls seriöse Meinungen einholen und authentische Erfahrungsberichte lesen und auf die Reputation achten. Auch die Bespielbarkeit und der Klang sollten gut sein und einem zusagen. Kann man das Cello vor Ort betrachten, anfassen und spielen ist das sicher von Vorteil. Mietet man es allerdings online sollte man nicht davor zurückschrecken nach einer gewissen Zeit oder auch sofort das Instrument gegen ein anderes zu tauschen, wenn es einem nicht zusagen sollte.

Leihen VS Mieten – Wo ist der Unterschied?

Manchmal fragen Interessierte sich, ob ein Mietinstrument dasselbe wie ein Leihinstrument ist. Wenn man an einer Musikschule angemeldet ist, dort Musikstunden nimmt und gleichzeitig ein Instrument „leiht“ spricht man oft von Leihinstrumenten. Die Gebühr wird dann ebenfalls monatlich fällig oder ist bereits im Beitrag des Musikunterrichtes enthalten. Aber grundsätzlich ist ein Mietverhältnis etwas langfristiges – das Leihen etwas kurzfristiges, beispielsweise wenn man ein Cello für ein Konzert oder einen speziellen Anlass wie Hochzeiten leiht und dann wieder zurückgibt.

Wieso nicht kaufen?

Auch wenn man genug Geld auf der Kante hat – nicht immer macht der Kauf Sinn. Für Anfänger ist es fast immer ratsam, zunächst ein Cello zu mieten oder leihen. Zum einen könnte man das Interesse am Spielen schnell wieder verlieren zum anderen weiß man gerade zu Beginn noch gar nicht, wo die eigenen Präferenzen liegen und welches Instrument einem zusagen und zu einem passen könnte. Deshalb kauft man am Anfang meist ein Einsteigerinstrument das möglichst nicht zu teuer ist und auch vom Klang her ab einem fortgeschritten Level nicht mehr zufrieren stellen wird und muss später dann etwas Neues kaufen und mehr investieren. Ist das Cellospielen zur Leidenschaft geworden der man treu bleiben wird und man das Geld aufwenden kann sollte man aber auf jeden Fall ein eigenes Instrument erwerben. Schon aus emotionaler Sicht ist es für einen Musiker wichtig, sein Musikinstrument zu besitzen.

Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen

Die Mietverträge sehen in der Regel keine Kaution vor und sind monatlich kündbar. Das heißt in der Regel, mit einer Vorlaufzeit von einem Monat zum Ende des nächsten Kalendermonats. Kündigt man also im Februar dann endet der Vertrag mit dem 31. März – egal ob man am 02. oder dem 25. Februar kündigt. Auch dies regelt der Vertrag ganz genau. Dort findet man sämtliche Fristen. Für gewöhnlich läuft der Mietvertrag unbefristet. Solange man also Lust am Spielen des Streichinstrumentes hat, läuft er weiter. Bis man ihn kündigt.

FAZIT

Das Mieten von Streichinstrumenten ist für Anfänger fast immer die beste Option. Aber auch Fortgeschrittene kommen so relativ günstig und ohne Eigenkapital an ein hochwertiges Cello – vorausgesetzt, die Bonität stimmt. Die Konditionen des Mietvertrags sind fast immer fair und monatlich kündbar, die Auswahl an Händlern und Anbietern die lokal und im Internet vermieten ist gewaltig. Mietinstrumente sind eine hervorragende Sache und gerade in Verbindung mit der Möglichkeit des Mietkaufs uneingeschränkt zu empfehlen – und zwar für jung und alt. Um sich das Ganze eine Weile anzusehen, zu schauen ob das etwas für einen oder den Nachwuchs ist einfach perfekt.
Einen Mustermietvertrag bieten wir zum Download an, so kann man sich einen groben Überblick verschaffen, wie dieser dann aussehen könnte und welche Informationen und Angaben notwendig sind.