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Diese E-Geigen sind echte Topseller

Elektrische Violinen sind inzwischen sehr populär. Ihr moderner Look in Verbindung mit umfangreichen musikalischen Möglichkeiten und attraktiven Preisen machen das Streichinstrument gerade für Anfänger sehr interessant. Wie eine E-Geige funktioniert, für wen sie das richtige Instrument ist und worauf man beim Kauf unbedingt achten sollte, verraten wir in diesem Beitrag. Außerdem stellen wir Instrumente für Anfänger und Fortgeschrittene vor.

Das sind die Topseller bei Thomann

Wie funktioniert eine E-Geige?

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist der fehlende Resonanzkörper welcher für die akustische Violine essenziell ist. Stattdessen sind elektrische Geigen mit Tonabnehmern ausgestattet, die das Signal welches von den schwingenden Saiten auf den Korpus übertragen wird aufnehmen und über einen Soundausgang an einen Verstärker oder ein Audio-Interface weiterleiten, das direkt an den Computer angeschlossen sein kann um das Geigenspiel aufnehmen zu können. Auch ein Kopfhörer kann zum Üben und Spielen angeschlossen werden. Bei passiven Tonabnehmern wird hier aber ein zusätzlicher Mini-Verstärker benötigt.

Unsere Empfehlung: Yamaha YEV-104 TBL Electric Violin

Angebot von Thomann.de. Auf die Aktualität des angezeigten Preises haben wir keinen Einfluss. Bei Käufen erhalten wir gegebenenfalls eine Provision.
Dieses hochwertige Instrument aus dem Hause Yamaha überzeugt mit hoher Verarbeitungsqualität, realistischem Spielgefühl und gutem Sound. Der attraktive Preis rundet das Gesamtpaket mit einem gelungenen Design ab.

Auf einen Blick

Wie schwer ist die E-Geige?

Mit einem Gewicht von etwa 560 Gramm ist die E-Geige etwas schwerer als eine normale Violine die etwa 400 bis 460 Gramm wiegt. Eine Bratsche wiegt zum Vergleich etwa 600 bis 700 Gramm. Die Yamaha E-Violine ist damit etwa 20 Prozent schwerer als akustische Ausführungen. In der Praxis spielt diese Differenz nach kurzer Eingewöhnung fast ausnahmslos aber keine Rolle mehr.

Haptik & Design

Die elektrische Violine wurde ihrem akustischen Vorbild optisch nachempfunden. Charakteristische Merkmale wurden dabei auf die E-Violine übertragen. Ein besonderer Eyecatcher ist die Möbius-Form. Sie verleiht dem Instrument einen dreidimensionalen Look und aus der Ferne wirkt der Rahmen wie ein Resonanzkörper.
Statt eines Resonanzkörpers hat sie zwar nur einen Holzrahmen, dieser hat jedoch die Form eines echten Geigenbodens und trägt damit zu einem authentischen Spielerlebnis bei. Das Instrument ist mit jeder Standard-Schulterstütze kompatibel.
Gefertigt wird der Rahmen aus Walnuss. Das geölte Holz sieht nicht nur hochwertig aus, sondern unterstützt zudem auch die klanglichen Eigenschaften der schönen E-Geige. Der Werkstoff ist im Vergleich zu manch alternativem Werkstoff außerdem äußerst robust und widerstandsfähig, ohne dabei an Flexibilität einzubüßen.
Auffällig bei der Yamaha YEV-104 TBL Electric Violin ist der Körper. Er besteht aus mehreren Holzschichten. Beim Betrachten fallen gleich zwei dunkle Streifen auf die für einen ästhetisch anmutenden Kontrast sorgen und farblich sehr gut mit dem Rahmen harmonieren. Insgesamt fünf Schichten aus Ahorn, Mahagoni und Fichte verleihen der E-Geige ihren Klangcharakter. Bei der Kombination der Hölzer stand neben der Soundqualität auch eine gute Ansprache im Vordergrund.

Tonabnehmer

Alle Geigen der YEV Serie wurden mit einem piezoelektronischen Tonabnehmer ausgestattet. Dieser wird in den Steg eingearbeitet. Dort verrichtet er dezent und unauffällig seinen Dienst. Das Piezo Pickup System wurde an dieser Stelle angebracht, um möglichst alle Klänge und Details des Geigenspiels aufnehmen zu können. So entsteht ein realistisches Klangbild, das es durchaus mit dem ein oder anderen akustischen Original aufnehmen kann.

Elektronik

Die Elektronik befindet sich auf der Rückseite ziemlich genau in der Mitte der E-Violine und ist dort gut zugänglich. Die Einstellmöglichkeiten sind überschaubar und intuitiv zu bedienen.
Neben einem Lautstärkeregler findet sich dort noch ein Wahlschalter für Volume Control oder Direct-Passive-Output. So kann man bestimmen ob das Signal über den Lautstärkeregler das Instrument verlässt oder direkt über den Ausgang des Tonabnehmers. Entscheidet man sich für den direkten Ausgang, profitiert man vom ungefilterten und direkten Soundpotential, das sich mit ordentlich Power den Weg aus der E-Violine bahnt.
Der passive Ausgang hat einen 6,3 mm Klinkenanschluss. Neben einem klassischen Musikinstrumentenverstärker kann hier jedes hochohmige Gerät angeschlossen werden. Besonders beliebt sind kleine Vorverstärker die das Signal der Violine verstärken und an angeschlossene Kopfhörer weiterleiten. Auch DI-Boxen können hier angeschlossen werden.
Die Eingangsimpedanz vom angeschlossenen Gerät sollte bei über 1 MΩ liegen. So erzielt man die besten Ergebnisse und kann sich über einen guten Klang freuen. Die Signalstärke nimmt mit der Kabellänge ab, deshalb sollte man grundsätzlich versuchen, das Kabel zwischen Instrument und Verstärker möglichst kurz zu halten. Natürlich in einem Umfang, der das Spielen der Geige nicht einschränkt.
Bei E-Violinen können im tiefsten Frequenzbereich störende Geräusche auftreten. Es kann sein, dass man die Bogenrückführung hört oder ein leises Brummen wahrnimmt. Dieses Problem lässt sich mit einem sogenannten Equalizer oder EQ beheben. Dabei handelt es sich um ein handliches Gerät, das als elektronischer Filter fungiert. Tonfrequenzen werden entzerrt und Störgeräusche herausgefiltert. Geräusche die unter 200 Hz für das G der vierten Saite oder 150 Hz für das C der fünften Saite (beim fünfsaitigen Modell YEV105) liegen, lassen sich so ohne großen Einfluss auf die Klangqualität entfernen.

Fazit

Mit diesem elektrischen Streichinstrument ist dem japanischen Hersteller mit Hauptsitz in Hamamatsu ein guter Allrounder ohne nennenswerter Schwächen, aber viel von dem, was ein Geigenspieler braucht, gelungen. Realistisches Spielgefühl, gute Haptik und ein Sound der sogar Skeptiker überraschen dürfte. Man benötigt zum Durchstarten lediglich einen Geigenbogen, Kolophonium und eine Schulterstütze. Dann haben sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene sowie Geiger mit viel Erfahrung ein solides E-Instrument. Zuverlässige Komponenten und starke Materialien machen die E-Geige zu einer Investition von der man viele Jahre etwas haben kann.
Das Yamaha YEV-104 hat einiges zu bieten und uns mit seiner Preis-Leistung überzeugt.
Ein interessantes Instrument aus der selben Serie ist die Yamaha YEV-105 NT Electric Violin*. Sie hat fünf Saiten und bietet kreativen Musikern eine Vielzahl an Möglichkeiten. Bei der zusätzlichen Saite handelt es sich um ein C, das das Tonspektrum nach unten erweitert.

Günstige Alternativen

Eine günstigere Alternative findet man in der Hausmarke Harley Benton von Thomann. Die Violinen aus der HBV 870 und HBV 990 Reihe. Erhältlich sind die extrem günstigen E-Geigen in verschiedenen Farbtönen. Die Instrumente kommen im Komplett-Set bestehend aus Etui, Komposit Geigenbogen und Kolofonium daher. Auch eine für den Tonabnehmer erforderliche 9-V-Batterie gehört zum Lieferumfang. Eine Schulterstütze liegt den Harley Benton 990 Geigen bei. Das Preis-Leistungs-Verhältnis bei diesen formschönen Instrumenten die mit überzeugendem Design daherkommen ist sehr gut. Verarbeitung und Klang können natürlich nicht mit teureren E-Violinen mithalten. Das sollen sie aber auch nicht. Diese elektrischen Streichinstrumente ermöglichen Anfängern mit knappem Budget den günstigen Einstieg ins Geigenspiel ohne Nachbarn oder Familie zu stören – wenn man mit Kopfhörer spielt. Kommt ein akustisches Instrument in Frage, empfehlen wir unseren Ratgeber über Geigen für Anfänger. Bei Thomann kann man die E-Geigen Harley Benton HBV 990BCF 4/4 Electric Violin* und Harley Benton HBV 870BK 4/4 Electric Violin* miteinander vergleichen.

Wo liegen die Vorteile?

Ein Vorteil besteht darin, dass eine eGeige sehr leise ist und man sie auch zu später Stunde noch spielen kann ohne dass sich Familienmitglieder oder Nachbarn daran stören könnten. Bereits einen Raum weiter nimmt man von einer E-Violine kaum noch Notiz. Für Anfänger bringt diese Eigenschaft oft Selbstvertrauen, weil niemand sie bei ihren Anfängen hören kann und sie zunächst für sich allein spielen können. Außerdem hat man die Möglichkeit, den Sound zu verändern und verschiedene Effekte einzusetzen um das Geigenspiel abwechslungsreich gestalten zu können und neue Musikstile zu entwickeln.
Über den Sound-Ausgang lassen sich nicht nur Verstärker und Kopfhörer anschließen, sondern das Instrument auch mit dem Computer verbinden wo man Aufnahmen machen und mit verschiedener Software bearbeiten kann. Mit etwas Geduld und Geigenskills kann man so Musik für sich selbst und andere aufnehmen und zu einem späteren Zeitpunkt wenn man vielleicht den Eindruck hat nicht weiterzukommen darauf zurückgreifen und verschiedene Aufnahmen miteinander vergleichen die den Fortschritt sehr gut dokumentieren und einen motivieren, weiter zu machen und sich zu verbessern.
Natürlich sind die Streichinstrumente ohne Resonanzkörper auch besonders leicht und kompakt was sie im Handling sehr angenehm macht. Günstige Einsteigermodelle bekommt man schon für eine Summe im unteren dreistelligen Bereich. Profimodelle sind deutlich teurer, hier muss man mit einer vierstelligen Summe rechnen.
Die Lautstärke über Kopfhörer oder Verstärker lässt sich von ganz leise bis extrem laut einstellen. So findet sich für jede Situation eine geeignete Einstellung. Ob man für sich selbst, ein kleines Publikum, auf der Straße oder im Konzertsaal spielt.

Geniale Kombination: E-Geige & Loopstation

In Verbindung mit einer Loopstation bieten sich gerade für Solomusiker unzählige Möglichkeiten Musik zu machen und in den letzen Jahren hat sich fast schon ein neues Musikgenre aufgetan das mit Loops und verschiedenen Effekten begeistert. Gerade Straßenmusiker die mit einer Loopstation arbeiten und so den die Illusion enstehen lassen als wären mehrere Musiker zeitgleich beim Spielen faszinieren jung und alt.

Eignen sich elektrische Geigen für Anfänger?

Auch wenn sich sowohl bei der akustischen als auch der elektrischen Variante um eine Geige handelt – in mancher Hinsicht unterscheiden sie sich teilweise doch stark voneinander. Man kann in der E-Geige sowohl eine Ergänzung zur klassischen Violine sehen die man unterwegs auf Reisen, im Hotelzimmer oder zuhause abends zum leisen Üben einsetzt und sie dabei exakt so spielt wie sein akustisches Instrument – oder aber man betritt ganz neue musikalische Gefilde und nutzt das Potential des elektrischen Streichinstruments indem man sich die Möglichkeiten zunutze macht, die die Elektronik mit sich bringt. Soundeffekte die eine historische Geige niemals erzeugen kann sind damit kein Problem und man kann nach Belieben experimentieren. Auch Anfänger können schon E-Geige spielen und gleich damit beginnen. Wichtig sind die persönlichen Ziele und was man erreichen möchte. Der Umstieg von einer „normalen“ Geige zur E-Violine gestaltet sich aber oft einfacher als umgekehrt. Das Prinzip hinter beiden Instrumenten bleibt im Grunde aber stets dasselbe und sie zu erlernen ist anspruchsvoll und erfordert viel Zeit, Leidenschaft und auch einen guten Lehrer. Am gewinnbringendsten ist es in den meisten Fällen aber, sowohl eine akustische als auch eine elektrische Geige sein Eigen nennen zu können. Ein Ersatz ist die E-Variante auf jeden Fall nicht. Nur eine Ergänzung die viel Spaß machen kann – und das sowohl Anfängern als auch fortgeschrittenen Geigern. Geigenunterricht ist auch für die elektrische Violine sehr wichtig, auch wenn man auf Videoportalen wie YouTube sehr viele Kurse und Tutorials für Einsteiger findet die einen sehr guten Überblick über die Möglichkeiten die man mit einer eVioline hat ermöglichen.