stokkete – stock.adobe.com

Geige kaufen: Tipps, Infos & Kaufratgeber

Die Geige ist das beliebteste Musikinstrument hinter dem Klavier und der Gitarre. Das Streichinstrument wurde in seiner heutigen Form schon vor fünf Jahrhunderten von Musikern gespielt und ist damit ein echter Zeitzeuge vergangener Epochen. Es gab offensichtlich in all der Zeit keinen Anlass, die Violine weiterzuentwickeln. Das zeigt sehr gut, wie ausgereift das Instrument ist. Was man über die Geige wissen muss, für wen sie das richtige Musikinstrument ist und worauf man beim Kauf achten sollte, erfährst du auf unserer Seite.

Was ist der Unterschied zwischen Geige und Violine?

Heute wird meist der Begriff Geige verwendet. Ursprünglich war dies allerdings ein eher negativ konnotiertes Wort für die Fidel. Später entwickelte sich daraus eine Sammelbezeichnung für Streichinstrumente im Allgemeinen. Darunter auch Cello, Bratsche und Gambe. Leopold Mozart, der Vater von Wolfgang Amadeus Mozart selbst, war wenig begeistert davon, die Violine einfach als Geige zu bezeichnen, da der Begriff zu allgemein und deshalb nicht für die Violine zu missbrauchen sei. Eine Bemerkung diesbezüglich machte er 1756 in seinem theoretischen Werk ‚Versuch einer gründlichen Violinschule‘ zur Geige, was einem Lehrbuch für Geigenlehrer gleichkommt. In dem Buch fanden Sie hilfreiche Tipps und konkrete Anweisungen zur Didaktik und eines pädagogisch sinnvollen Unterrichts. Die Bezeichnung Violine selbst stammt übrigens aus dem 17. Jahrhundert wo sie vom Italienischen den Einzug ins Deutsche fand.

Geige lernen

Geige lernen können nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene. Wichtig ist, einen professionellen Lehrer zu haben, der einem alles beibringen kann, was man wissen und können muss. Gerade für den Einstieg ist ein Lehrer essenziell. Er bringt einem bei, wie man das Instrument zu halten hat, wie der Bogen geführt wird und gibt einem wertvolle Tipps. Für Autodidakten ist die Geige nach unserer Meinung das falsche Instrument, weil man hier zu vieles beachten muss und falsch machen kann. Später kann man dann natürlich seinen eigenen musikalischen Weg gehen und eigenständig üben, spielen und Musik machen. Alles was man zum Thema Geige lernen wissen muss, haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst.

Anatomie einer Geige (Aufbau)

Violinen sind ein echtes Kunstwerk welche bei der Herstellung Präzision, Akribie und Liebe zum Detail erfordern. Zumindest gilt dies für handgefertigte Instrumente vom Geigenbauer. Heute werden auch im unteren Preissegment Geigen hergestellt – oft in Asien. Der Aufbau des beliebten Streichinstruments unterscheidet sich aber nicht.
  • Korpus / Resonanzkörer: Herzstück der Geige ist der Resonanzkörper. Er verleiht den mithilfe der Saiten produzierten Tönen ordentlich Schmackes und sorgt dafür, dass sie auch gehört werden. Geformt wird er vom Zargenkranz, dem Boden und der Decke. Bei der E-Geige verzichtet man auf den Resonanzkörper und verstärkt die Töne stattdessen mit einem geeigneten Verstärker. Die Zargen oder Seitenteile entsprechen in der Regel dem Holz, aus welchem auch der Boden gefertigt wurde. Dabei handelt es sich meist um Ahorn, aber auch Pappel, Kastanie oder Weide kommen hier zum Einsatz. Wie bei der Decke üblich ist auch der Boden meist zweiteilig. Das Holz wird aus ästhetischen Gesichtspunkten häufig geflammt um dem Musikinstrument Charakter und einen überzeugenden Look zu verleihen.
  • Decke: Die Decke wird klassischerweise aus Fichte gefertigt. Das Holz eignet sich perfekt, damit die Violine sich später klanglich voll entfalten kann. Außerdem ist es sehr robust und leicht. Die Decke wird in der Regel aus zwei Hälften zusammengesetzt die dem Instrument eine ansprechende Optik verleihen. Natürlich sind beide Teile aus dem selben Holz gefertigt, damit die Maserung am Ende ein stimmiges und wertiges Gesamtbild ergibt. Es ist im Geigenbau üblich, das Instrument zu verzieren. Randeinlagen die auch Adern genannt werden verzieren Boden und Decke. Gefertigt werden sie aus drei dünnen Holzspänen die gebündelt in den Adergraben geleimt werden. Eine weitere Funktion die ihnen zukommt ist das Verhindern von Rissen. Randeinlagen erfordern sehr viel handwerkliches Geschick.
  • Steg: Der Steg, welcher auch als Brücke bezeichnet wird, befindet sich auf der Decke. Seine Aufgabe besteht darin, die Saiten in Position zu halten die über ihn gelegt werden um dann gespannt zu werden. Sein Einfluss auf den späteren Klang des Instruments ist sehr groß, weshalb der Geigenbauer hier besonders viel Wert auf Perfektion legt.
  • Schnecke: Ein typisches Merkmal auch von modernen Geigen ist die sogenannte Schnecke die aufgrund ihrer Form zu ihrem Namen gekommen ist und das äußerste Ende markiert. Ihre Ursprünge hat sie in der Barockzeit und blieb seitdem auch erhalten. Dasselbe gilt für ihre verwandten Streichinstrumente wie Bratsche oder Cello. Auch sie sind mit einer Schnecke verziert. Vereinzelt finden sich alternativ auch andere Designs und Schnitzereien, wobei das klassische und zeitlose Design in Form der Schnecke am weitesten verbreitet ist. Je anspruchsvoller das Design, je höher der Aufwand bei der Fertigung und am Ende der Preis.
  • Hals & Griffbrett: Zwischen Korpus und Schnecke bildet der Hals das verbindende Element. Auf ihn wird das Griffbrett geleimt welches später permanent beim Spielen in Gebrauch sein wird. Deshalb kommen hierfür nur besonders harte Hölzer in Frage. Meist besteht es aus Ebenholz, aber auch andere Harthölzer können zum Einsatz kommen. Da diese oftmals deutlich heller sind, werden sie einfach geschwärzt. Ein Griffbrett kann im Laufe der Jahre durchaus mitgenommen aussehen und verschleißen, sodass es vom Geigenbauer ersetzt werden muss.
  • Wirbelkasten: Hinter dem Wirbelkasten verbirgt sich die Mechanik die dafür verantwortlich ist, die Stimmung der Saiten zu halten, nachdem man sie von Hand um die Wirbel gewickelt und damit gespannt hat. Die Wirbel müssen wie auch das Griffbrett sehr viel aushalten, da die Spannung der Saiten permanent darauf lastet. Auch hier kommen deshalb nur harte Hölzer wie Ebenholz oder Palisander zum Einsatz. Auch Buchsbaum wird zur Fertigung von Wirbeln verwendet. Natürlich müssen die Wirbel leichtgängig bleiben und sich jederzeit einfach drehen lassen. Um diese Eigenschaft aufrecht erhalten zu können, werden sie deshalb mit einer sogenannten Wirbelkreide behandelt die von Zeit zu Zeit neu aufgetragen werden muss. Wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, wird vom Geiger meist selbst bemerkt.
  • Kinnhalter: Damit die Geige in Position bleibt, muss man sie entsprechend fixieren. Und zwar mithilfe des Kinnhalters, der ganz unten am Instrument befestigt wird. Neben seiner Aufgabe die Violine zu fixieren um sie bespielen zu können, zählt hier vor allem der Komfort. Bequem muss der Kinnhalter sein und deshalb gibt es auch unterschiedliche Ausführungen und Materialien, welche zum Einsatz kommen. Hier empfiehlt es sich, verschiedene Modelle auszuprobieren wenn man die Gelegenheit dazu hat, um sich dann für seinen Favoriten entscheiden zu können.
  • Schulterstütze: Die Schulterstütze unterstützt den Violinisten beim Spielen, indem sie dabei hilft, die Geige in ihrer Position zu halten und einen Teil des Gewichtes und der Belastung auf Arm- und Nackenmuskulatur abzunehmen. Anbringen lässt sich die Schulterstütze kinderleicht und ein Schutzgummi verhindert, dass die Geige schaden nimmt bei der Verwendung. Da die Anforderungen an eine Schulterstütze sehr individuell sind und unter anderem von der Statur und Körpergröße abhängen, gibt es auch hier sehr viele unterschiedliche Modelle aus verschiedensten Materialien. Wichtig ist, dass sie einen wirklich unterstützt und man sich damit wohlfühlt.

Streichbogen

Der Streichbogen oder einfach nur Bogen ist zwar kein Bauteil der Geige an sich, hat aber einen maßgeblichen Einfluss auf den Klang. Mit ihm streicht man über die Saiten und das Bogenhaar sorgt mit dem Bogenfett (Kolophonium) mit welchem es behandelt ist für die nötige Reibung, damit Töne entstehen können. Der Bogen selbst ist meist aus Brasilholz oder Fernambukholz gefertigt. Diese Materialien haben eine Jahrhunderte lange Tradition und vereinen alle Eigenschaften eines guten Bogens, auch wenn es inzwischen Alternativen wie Carbonbögen zu Kaufen gibt. Das Bogenhaar selbst besteht auch heute meist noch aus Rosshaar, weil die synthetischen Alternativen diesem klanglich noch unterlegen sind.

Geigenzubehör

Neben dem benötigten Geigenbogen und dem Kolophonium empfiehlt es sich unbedingt, einen stabilen Geigenkoffer zu kaufen, welches das Instrument vor mechanischen Einwirkungen wie Stößen bewahrt und zudem vor Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit. Auch Geigenständer sind sehr sinnvoll, wenn man beim Üben und Spielen das Instrument kurzzeitig ablegen möchte.

Wie viel kostet eine Geige?

Günstige Geigen bekommt man schon für eine Summe im unteren dreistelligen Bereich. Man kann aber auch einen Millionenbetrag für ein besonders exquisites Instrument auf den Tisch legen. Ein Budget von mehreren hundert Euro sollte schon zur Verfügung stehen wenn man es ernst meint. Wenn mehr daraus wird kann man zu einem späteren Zeitpunkt natürlich in ein hochwertigeres und besseres Instrument investieren.
Unser Tipp: Gebraucht kaufen. Eine gebrauchte Geige hat vielleicht den ein oder anderen Schönheitsfehler, aber sie klingt ebenso gut wie eine neue und ist dabei viel günstiger. Gerade für Anfänger stellt dies eine gute Option dar. Wichtig ist auch hier, jemanden beraterisch zur Seite zu haben, der sich auskennt und einem ein passendes Instrument mit guter Preis-Leistung empfehlen kann.

Diese Geigen sind TOPSELLER bei Thomann